Rezension: Florian Birnmeyer, Im Dickicht lebt es sich leichter. Gedichte

Florian Birnmeyer hat unter dem Titel Im Dickicht lebt es sich leichter einen Band mit Gedichten verfasst, die sich an den Sommer- und Herbsttagen orientieren. Der erste Teil Du und ich erwähnt die Liebe, Vergänglichkeit und Trennung. Im zweiten Teil werden Papyrusblätter und der Herbstanfang genannt. Teil 3 spielt Im Dickicht unter Regenschauer und dennoch führen die Gedichte in diesem Kapitel nach New York, Berlin, München und Italien oder erinnern an die Reisen in diese Städte. Un/rzeit (Spätsommer) heißt der 4. Teil, mit Gedichten, die Fragen stellen, nach der Liebe, dem Ablauf der Zeit, nach der Angst und endet mit einem abgesang auf orpheus. Im fünften Teil klingen Herbstnachmittage in Paris an, zu denen Franziska Beyer-Lallauret die französische Übersetzung beigesteuert hat.

Der Titel Im Dickicht lebt es sich leichter hat etwas Beschwingtes, dass das beschreibt, was sich beim Lesen dieser Gedichte einstellt. Anderswort ist direkt an einem geliebten Menschen gerichtet und deutet eine verfehlte Liebe an. Enttäuschung, ja. Aber „Anderswo“ (S. 9). Geschickt werden in den folgenden Gedichten bestimmte Momente der Liebe angedeutet, aus denen sich ein Gefühl der Sehnsucht ergibt: „Ich wär doch/so gern du,/du gern ich.“ (S. 19) Und wieder geht es um Trennung „Ich verlor den Schlüssel/für dein Alabasterherz“( S. 23) und um die Definition der Liebe „große dinge/gegen kleine tauschen“ (S. 29) und dann das Gedicht „Im Dickicht“, mit dem rätselhaften Wort „Begriffsberg“: „Wir wollten/Ungesagtes/aussprechen“ (S. 43) zurückblieben aber zwei „Wie zwei Tiere/versteinert/im Schweinwerferlicht“ (S. 43), die doch nicht miteinander reden. Und in München gab es die Dame, „…die goethe/ rezitierte im lyrikkurs…“ (S. 47)

Jeder Dichter, der über sein Dichten nachdenkt, schreibt auch eine Poetik, in der er sein Dichten erläutert, so auch hier in Dichterdasein: „Ein Schilfrohr ist auch/ nur Papier, geduldig//daraus entspringt der /Esprit, doch den Geist,//den ich rief, wird ich//nun nicht mehr losr, „(S. 49)

Man spürt einige Erinnerungen, an Begegnungen, Reisen und Beobachtungen, die den Dichter zu diesen Gedichten inspiriert haben, so wie er in Paris an der Gare d’Austerlitz ankommt. Verlässt man Paris, weiß man dass man wiederkommen wird, in die Ville de lumières. Die Seine, der Tour Eiffel, die berühmte Pont des Arts, die die Quais mit den Bouquinisten miteinander verbindet, Montmartre und die Place du Tertre und die Place du Câtelet sind Orte, mit denen auch jeder Leser bestimmte Erinnerungen verbindet. Dazu kommt noch die Freiheit: „Dich will ich./Du warst es, die mich/ bewegt hat…“ (S. 82).

Die Gedichte in diesem Band, manche erschließen sich nicht sofort, aber alle regen zum Wiederlesen und Entdecken an. Sie enthalten ganz persönliche Erinnerungen, Eindrücke und Beobachtungen: „le monde s’éteint un instant/devant le mystère.“ (S. 87).

Mit einem Nachwort von Prof. PhDr. Uli Rothfuss: Mit Gedichten sprachlich in die Zukunft gehen.“

Florian Birnmeyer
Im Dickicht lebt es sich leichter
Gedichte
mit Übersetzungen von Franziska Beyer-Lallauret
und einem Nachwort von Uli Rothfuss
Visbek: Geest-Verlag 2026
ISBN 978-3-69064-562-1
104 S.

Rezension: Simon Degrave, Une conférence à Berlin

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Rezension: Simon Degrave, Une conférence à Berlin

Simon Degrave
> Une conférence à Berlin
Illustratrations: Anne Gracia
Arles: Portaparole 2025
108 pages
ISBN 978-2-37864-095-8

Rezension: … er spielt mit dem Ton der Sprache: Christian Dotremont, Les grandes choses. Anthologie poétique 1940-1979

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Christian Dotremont, Les grandes choses. Anthologie poétique 1940-1979

„Les chats ne parlent que lorsque c’est indispensable.“

Christian de Dotremont

„Abstrates“ (p. 242-245):

„L’a pas cours ma teinte
point inscrite
arrivée trop tard ma trace de cloison
arrivée trop bas
gringola dans les foncements
fit bulle
ni mot, ni chant ni cri
arrivée de biais
après la closerie du tri“

In der Fußnote dazu steht „Abstrates, placard lithographique, 62 * 85 m, avec fac-similé du tapuscrit de C.D., illustré par Alechinsky, Valby Danemark…“ ein Gesamtkunstwerk, Dotremont mobilisert die Sprache und in ganz besonderer Weise die Form des Gedichts, die mit seinem Inhalt untrennbar verbunden ist.Wörter erleben eine neue Umgebung, das ist ein Austesten und es steht auch etwas Neues, wenn der Leser sich auf das Gedicht einlässt und selber versucht, das Spiel der Wörter nachzuvollziehen. Das wird beim Vorlesen ganz besonders deutlich. In der Tat, der Klang verrät einen sehr eigentümlichen Ton, einen persönlichen Stil mit Rhythmen wie in „Dans ma chambre“ (1977, S. 325): „dans ma chambre, ou pour mieux dire: dans ma carrée, le carrée étant le châssis d’un lit valant deux rondes de musique, dans ma carrée pour la charade, une chienne criait à la nuit, à chanter charade, une baie pour mon navire…“

Beispiele wie die beiden Letztgenannten zeigen, wie gelungen diese Präsentation der Gedichten Dotremonts ist. Zum einen ihre chronologische Anordnung verrät, wie Dotremont seine Poetik entwickelt zugleich wird aber ein Stil erkennbar, die Persönlichkeit des Dichters, die der Herausgeber Michel Sicard mit der Betonung bestimmter „lignes directrices“ (S. 11) präzise vorstellt.

Christian Dotremont
> Les grandes choses. Anthologie poétique 1940-1979
Édition de Michel Sicard. Postface d’Yves Bonnefoy
Collection Poésie/Gallimard (no589)
Paris: Gallimard 2025.

Neuerscheinung: Jorge Muñoz Navarro, Contigo, hablar del mundo es misterioso. Poemas en Berlín.

Unsere Blogredaktin hatte die Ehre, wieder ein Vorwort für einen Gedichtband von Jorge Muñoz Navarro (Poeta y editor) zu verfassen. Diesmal hat der Autor Gedichte veröffentlicht, die kürzlich auf einer Reise nach Berlin entstanden sind:

„(…)Jorge Muñoz Navarro nos cuenta su viaje en poemas. ¿Juzgue usted mismo? ¿Es un diario o una guía de viajero? Sí, se dará cuenta de que los poemas son superiores a cualquier otra forma. Nos invitan a sacar de ellos mucho más de lo que ocurre con un simple diario de viaje. Un reportaje es algo de lo que se toma nota. El diario narra, pero los poemas nos sugieren impresiones y el lector reconstruye junto con el poeta si se deja arrastrar por su visión.“

Heiner Wittmann

Jorge Muñoz Navarro,
> Contigo, hablar del mundo es misterioso. Poemas en Berlín.
Buscalibre – Autoedición · Tapa Blanda
ISBN 9789564164151

Auf unserem Blog:

> Nachgefragt: Jorge Muñoz Navarro habla de Sonetos a Epicuro. Poesía

> Neuerscheinung: Jorge Muñoz Navarro, Sonetos a Epicuro. Poesía

> Papel Moneda. Revista especializada en poesía N° 4 ist in Chile erschienen

> Papel Moneda. Revista especializada en poesía N° 3 ist in Chile erschienen

Papel Moneda. Revista especializada en poesía N° 4 ist in Chile erschienen

Papel Moneda 4-2020Jorge Muñoz Navarro hat gerade die Nummer vier seiner Literaturzeitschrift Papel Moneda in Chillàn veröffentlicht:
Darin u. a.:
Heiner Wittmann: Arthur Rimbaud: el poeta tiene que hacerse vidente, in: > Papel Moneda, Número 4 diciembre 2020, hg. v.Jorge Muñoz Navarro, S. 37-44.

Editorial

En el número cuatro de la Revista de poesía Papel Moneda se presenta el impecable ensayo „Arthur Rimbaud: el poeta tiene que hacerse vidente” por el Dr. Heiner Wittmann (www.romanistik.info). Desde la perspectiva de la poesía, dedica al poeta francés un acrisolado ensayo considerando el arte, la libertad. Y de la forma en que se presenta el poeta en la sociedad de Paris. Junto con los versos de Rimbaud dota al ensayo con el estilo fronterizo de la prosa y la poesía. Los poemas del vate, le valieron el reconocimiento entre los círculos literarios de París. Además de sus cartas, retratos, „Car est un autre” en una primera parte. Donde nos encuentra como lectores del poeta maldito presentado de ese modo por Paul Verlaine en su libro de ensayos. Pero ahora, el ensayo denominado „El poeta tiene que hacerse vidente” ingresa a los poemas de Rimbaud sin los rodeos de la Bohemia. Y nos demuestra que la poesía es una propuesta universal, de sentimientos, un acto de fe, que se manifiesta en “el poeta tiene que hacerse vidente” como un fenómeno poético desde que el poeta comienza, „la poesía toca a Rimbaud”.
Acompañan a Arthur Rimbaud, Jano Opazo, Nino Morales, Patricio Herrera, Alejandro Ruíz, cada uno de ellos con una particular expresión, que por lo antes expresado “Arthur Rimbaud: el poeta tiene que hacerse vidente” en un „esquema de la vida literaria”. En el valor cultural de la revista de poesía papel moneda, y el dominio digital. Generando el valor del texto digital, que en la revista nos convoca en su número dedicado a Arthur Rimbaud y los poetas. Puesto que buscan en el lector de poesía, lo que Rimbaud proyecta en nosotros. Como bien escribe Sartre en Qu’est-ce la littérature? El compromiso de la literatura con el acto de escribir, y en este contexto con la Revista de poesía Papel Moneda.

Jorge Muñoz Navarro

Papel Moneda. Revista especializada en poesía N° 3 ist in Chile erschienen

Papel MonedaIn Chile ist gerade > Papel Moneda. Revista especializada en poesía Número 3 junio 2020 erschienen.

Sie enthält Beiträge von Michel Sicard (Paris), Heiner Wittmann (Stuttgart) und Aclicio Uribe (Santiago de Chile).

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