Universität Düsseldorf: Ringvorlesung “Albert Camus – ein Philosoph wider Willen? Zur Geschichte und Gegenwart seines Denkens”

Das Institut für Philosophie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf veranstaltet im Sommersemester 2021 – Montags 16.30 – 18.00 Uhr – eine Ringvorlesung:

> “Albert Camus – ein Philosoph wider Willen? Zur Geschichte und Gegenwart seines Denkens”.

Donwnload: Plakat Ringvorlesung Camus SoSe 2021

Interessent/innen können den Link zu diesen Veranstaltungen über unsere Blog-Redaktion erhalten.

Termine:

Vincent von Wroblewsky: “Camus und Sartre – eine schwierige Freundschaft”
26.04.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Brigitte Sändig: “Hoffnung in der ,Crise de l’homme’”
03.05.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Heiner Wittmann: “Philosophie, Literatur und Kunst. Albert Camus und Jean-Paul Sartre”
10.05.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Holger Vanicek: “Die Zerrissenheit bei Albert Camus”
17.05.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Oliver Victor: “Zwischen Neuplatonismus und Nietzsche: Camus’ Jugendschriften”
31.05.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Lou Marin: “70 Jahre Der Mensch in der Revolte von Albert Camus. Kontroversen und Verteidigungen direkt nach Erscheinen 1951/52”
07.06.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Svantje Guinebert: “‘Poesie ist revolutionär’ – Albert Camus’ Reflexion von Solidarität und Revolte im phil. Essay und Drama”
14.06.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Christian Polke: “‘Man sollte sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen’ – Zu einer anthropol. Figur bei Camus”
21.06.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Hans Schelkshorn: “Eine Philosophie der Grenzen. Konturen der Lebensphilosophie von Albert Camus”
28.06.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Maria Wintersteiger: “Natur, Geschichte und die Tradition des Mittelmeeres. Zur politischen Geophilosophie von Albert Camus”
05.07.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr
Anne-Kathrin Reif: “Zur Genese und Bedeutung des geplanten ‘Stadiums der Liebe’ im Werk von Albert Camus”
12.07.2021, 16:30 Uhr – 18:00 Uhr

Rezension: Karin Westerwelle, Baudelaire und Paris. Flüchtige Gegenwart und Phantasmagorie

In einigen Tagen jährt sich zum zweihundertsten Mal der Geburtstag von Charles Baudelaire (9. April 1821 – 31. August 1867). Eine gute Gelegenheit, mit der Rezension des Bandes von Karin Westerwelle, > Baudelaire und Paris. Flüchtige Gegenwart und Phantasmagorie an das Werk des Dichters der Fleurs du mal (1857) zu erinnern.

Die Darstellung von Karin Westerwelle ist mit 567 Seiten wirklich sehr umfangreich, in diesem Fall gibt es allerdings einige Gründe dafür. Vielleicht hätte das Buch auch einen anderen Titel verdient, denn es enthält eine Kultur-, Wirtschafts- und Soziologiegeschichte der Zeit Baudelaires, von der Restauration über die Julimonarchie bis zum Zweiten Kaiserreich und nicht nur nebenbei werden die Werke Baudelaires ausführlich analysiert.

Die Kapitel Stadt als soziologisches Gefüge, die Hauptstadt Paris, das Geld, die Moderne, die Malerei (Kapitel über Baudelaire und Manet), die Tableaux parisiens, Rêve parisien, machen aus diesem Buch einen schwergewichtigen Beitrag zur Kulturwissenschaft. Wenn auch die Analysen der Werke Baudelaires gerade auch im Zusammenhang mit den hier bereits genannten Kapitelüberschriften überzeugen, so wird es im Vorfeld der Publikation sicher auch die Überlegung gegeben haben, zwei Bände aus diesem Manuskript zu machen: Die Stadt der Moderne im 19. Jahrhundert. Kunst, Soziologie und Wirtschaft (AT) und Charles Baudelaire mit dem aktuellen Untertitel. Die Autorin legt das Manuskript in einem Band vor und die Lektüre dieses Bandes erläutert alle Argumente, die dafür sprechen.

Charles Baudelaire ist der Dichter der Moderne, die ästhetische Konzeption seiner Dichtung ensteht in Paris und in der steten Auseinandersetzung mit allen Aspekten der Großstadt, die sich gerade zur Zeit Baudelaires in einem so immensen Umfang gewandelt hat. Baudelaire war Zeitzeuge, als die Moderne in die Stadt einzieht, sie prägt, aber auch wie die Möglichkeiten der Hauptstadt Paris, der Begriff der Moderne in jeder seiner Facetten so reichhaltig geprägt hat. Baudelaires Werke gehen weit über eine dichterische Empfindsamkeit hinaus, er protokolliert diesen Einzug der Modern in die Stadt in seinen Gedichten, in seinen Prosawerken und in seinen Rezensionen über Kunstwerke wie in seinen anderen Untersuchungen zur Kunst. Diese enge Verbindung zu seiner Stadt rechtfertigt die nur augenscheinlich parallele Analyse der Stadt und Baudelaires Werk, beide verweisen untrennbar aufeinander: “Mit Hilfe der Phantasmagorie entwirft Baudelaire in seiner Dichtung eine neue Deutung des städtischen Raums und begründet ein neues Verhältnis des Menschen zum Unsichtbaren.” (S. 19)

Die Stadt als Erfahrungswelt hat sich Baudelaire wie kaum ein anderer Dichter seiner Zeit als Dandy und Flaneur ohne festen Wohnsitz (vgl. S. 56 ff.) angeeignet. Seine Kritiken zu allen Äußerungen der Pariser Kunstszene waren nicht nur Berichte, sondern drücken auch seine ganze Leidenschaft aus, die Kunst von offizieller Beeinflussung zu lösen: vgl. S. 60 f. Seine eigene Verteidigung der Fleurs du mal gegenüber der Justiz, dass nur die Einheit aller Gedichte der ganzen Sammlung den ihr zugeschriebenen Sinn, nämlich der Warnung vor Morallosigkeit, bewahren kann, war ein Ansinnen, dass die Justiz nicht verstehen konnte und wollte. Seine Ausführungen im Salon 1859 über die Fotografie sind ebenfalls keine bloßen Kritiken, sondern sie sind stilprägend, wie seine Bemerkungen zu seinem Porträtphoto aus der Linse Etienne Carjats 1863: S. 62 f. und vgl dazu: S. 71 ff.

Paris prägt seine Bewohner und sie prägen die Stadt: aus diesem Wechselverhältnis entstehen Monde und demi-monde mit allen ihren Bewegungsformen jeder Art. Als Beispiel sei hier genannt, wie Karin Westerwelle Baudelaires Gedicht Confession auf die Darstellung der Pariser Nachtlandschaft hin untersucht: S. 96-98 und dabei zeigt,  wie beeindruckend es Baudelaire mit wenigen Worten gelingt, das nächtliche Paris vorzuführen. Ebenso gehört das Paris der Geschwindigkeit zu der neuen Moderne, die Baudelaire in Le Peintre de la vie moderne festgehalten hat. Mit Feingefühl untersucht Westerwelle alle Aspekte der Moderne bei Baudelaire und arbeitet ebenfalls heraus, dass dieser kein Vertreter des Fortschrittsgedankens war; für Baudelaire galt nur, was dem Individuum hinsichtlich seiner Entwicklung zugute kam: vgl. S. 113. Daraus folgen Überlegungen zum Dichter und seinem Publikum, vgl. S. 146 ff, mit einer Interpretation des ersten Gedichts der Fleurs du mal “Au lecteur”: vgl. S. 148-158, mit der Westerwelle die Zielgruppe Baudelaires definiert.

Das 3. Kapitel gehört wie eingangs angedeutet in den rein kulturwissenschaftlichen Teil der vorliegenden Darstellung mit der historischen Entwicklung von Paris vom 16. Jahrhundert bis Haussmann und den Weltausstellungen: S. 184-283. Aber auch dieses Kapitel enthält bemerkenswerte Gedichtinterpretationen wir “La Cygne”: “Comme je traversais le nouveau Carrousel”, S. 218-237, womit hier der Erkenntnisgewinn aus der Verbindung zwischen Gedichtanlyse und kulturhistorischer Darstellung gelungen demonstriert wird.

“Die Regeln des Geldes” werden in einem 4. Kapitel erläutert, ist doch “Die Frage, wie sich das Verhältnis von Literatur und ökonomischen Wert, in der bürgerlichen Epoche bestimmt (…) für Baudelaire zentral:”(S. 293) Comment payer ses dettes quand on a du génie, eine Gebrauchsanweisung, in der er an die Geschäftsgebaren Balzacs “Literat und Ökonom” (S. 297) erinnert. Geldsorgen waren ein ständiger Begleiter Baudelaires – ein Leben in strengem Kontrast zu der frugalen (offiziellen) Kunstförderung im Zweiten Kaiserreich stand, von der zunächst nicht profitieren wollte, 1857 machte er aber doch eine Eingabe und erhielt eine Unterstützung für seine Poe-Übersetzungen.

Le peintre de la vie moderne ist eine ganz zentrale Schrift im Werk von Baudelaire. Anhand der Werke von Constantin Guys erläutert Baudelaire die ästhetische Darstellung der Moderne. Eine Gelegenheit für Karin Westerwelle den Zusammenhang von Zeichnung und Kommentar wie auch die Künstlerfiguren im städtischen Raum näher zu untersuchen (S. 363 ff.), zu denen auch der Dandy, S. 368 ff. gehört.

Die Begegnung zwischen Baudelaire und Éduard Manet führt zum Erscheinen des Dichters auf dem Bild La Musique au jardin des Tuileries (1862): S. 410-418: hier gelingt es der Autroin  die Beziehung zwischen der Literatur und der Kulturwissenschaft um die Dimension der Kunstbetrachtung zu ergänzen, war es der ziemlich unbekannte Dichter, der mit dazu beitrug, dass die Kritik dieses Bild nur sehr reserviert aufnahm?

Die Tableaux parisiens benötigen ohne Zweifel zu ihrem Verständnis und Einordnung einen kulturhistorischen Hintergrund, den die Autorin in den vorhergehenden Kapiteln bereitgestellt hat: Das 7. Kapitel untersucht den “Reflexionsgehalt” und die Gattung der Tableaux parisiens. Westerwelle vergleicht die Tableaux mit anderen Gesamtdarstellungen der Stadt Paris und gewinnt so Klarheit über die Eigenheiten der Tableaux, die man heute als Alleinstellungsmerkmale bezeichnet. Gerade in diesen Passagen der Darstellung von Westerwelle wird deutlich, wie gut es ihr gelingt, den Leser zu erneuten Lektüre von Baudelaire anzuregen.

Die Interpretation von Rêve parisien (1860) im letzten Kapitel rechtfertigt den Untertitel dieser Untersuchung Flüchtige Gegenwart und Phantasmagorie. Realität, Traum und Fiktion gehen ineinander über und beweisen wie meisterhaft Baudelaire die Form des Gedichts beherrscht.

Erschöpfend behandelt auch dieses Buch trotz seines Umfangs das Werk Baudelaires keinesfalls. Die besondere Vielfalt seines Werkes erlaubt immer neue Perspektiven, je nachdem welchen Aspekt man betonen möchte. Die Bezüge zur Kunst, die besondere Stellung der Form in seinem Gesamtwerk, die Bezüge seiner Werke untereinander, die Beziehungen Baudelaires zu der Kunstwelt seiner Epoche, seine prekäre wirtschaftliche Lage zugleich aber auch seine Unabhängigkeit, als Voraussetzung für den Erfolg seines künstlerischen Schaffens: Westerwelle weist hier der künftigen Forschung interessante Wege. Sie selber hat zum 200. Geburtstag von Charles Baudelaire vor allem seinen stilbildenden Einfluss auf die ästhetische Interpretation der aufziehenden Moderne und die Folgen für den Kunstbetrieb in der Hauptstadt mit großem Einfühlungsvermögen gewürdigt.

Karin Westerwelle, > Baudelaire und Paris. Flüchtige Gegenwart und Phantasmagorie, Paderborn, Brill/Wilhelm Fink 2020.

ISBN: 978-3-8467-5977-6

Neu: Sartre, Camus und die Kunst. Die Herausforderung der Freiheit

Sartre, Camus und die Kunst. Die Herausforderung der FreiheitHeiner Wittmann, Sartre, Camus und die Kunst. Die Herausforderung der Freiheit. Reihe Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs. Hrsg. v. Dirk Hoeges, Band 18, > Verlag Peter Lang, Berlin, Bern u.a., 2020. Hardcover. ISBN 978-3-631-83386-5.

Sartre, Camus und die Kunst. Die Herausforderung der Freiheit  untersucht die Überlegungen und Analysen der beiden Autoren zur Ästhetik. Der Streit zwischen ihnen nach der Veröffentlichung von Camusʼ Der Mensch in der Revolte und Sartres Kritik an diesem Buch führte 1952 zum Bruch ihrer Freundschaft. Wenn man aber die Funktion und die Bedeutung von Freiheit und Kunst in ihren Werken analysiert, werden fundamentale Übereinstimmungen erkennbar, die in dieser Studie dargestellt werden.

Wittamnn, Sartre, Camus und die Kunst. Die Herausforderung dere FreiheitZum Herunterladen >>>

Inhalt:
1. Wols und das blaue Phantom
2. Von den Porträtstudien zur Theorie
3. Die Methode der Porträttechnik
4. Skulpturen und Mobiles. Von Giacometti zu Calder
5. Die Poetik von Stéphane Mallarmé
6. Saint Genet oder wie macht ein Individuum aus sich einen Künstler?
7. Tintoretto und die „Schule des Sehens“
8. Der Künstler ist ein Verdächtiger
9. Albert Camus: Auf der Suche nach einer Moral
10. Camus und die Kunst als eine Antwort auf das Absurde
11. Moral und Revolte
11.1. Die Geschichte der Revolte
11. 2. Eine Ästhetik der Revolte
12. Die Kunst als moralische Verpflichtung
13. Albert Camus und Jean-Paul Sartre

2009 erschien der Band > Aesthetics in Sartre and Camus. The Challenge of Freedom. Translated by Catherine Atkinson, Reihe Dialoghi/dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs.Edited by Dirk Hoeges, vol. 13, Verlag Peter Lang, Frankfurt, Berlin, Bern u.a., 2009. Hardcover. ISBN 978-3-631-58693-8.

2019 schlug mir > Professor Dirk Hoeges (1943-2020) vor, die deutsche Fassung des Bandes, der beide Studien über Sartre und Camus in gekürzter Form auf Englisch vereint, nun auch auf Deutsch in seiner Reihe “Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs” in einer überarbeiteten und ergänzten Form zu veröffentlichen.

Der Band, der im September 2020 – auch als  E-Book –  erschienen ist, enthält jetzt zusätzlich die Vorträge über die Studien, die Sartre über Stéphane Mallarmé und Jean Genet angefertigt hat.

1ère Soirée littéraire de France-blog.info via ZOOM : Albert Camus, La peste

Dimanche, 24 janvier 2021, 19 h : Nachgefragt: Professeur Lahkim Azelarabe Bennani parle sur Albert Camus, La Peste

> Soirée littéraire de france-blog.info (I)

A cause de l’actualité, notre rédaction a récemment republié notre compte-rendu de La Peste d’Albert Camus, paru en 1947, Wiedergelesen: Albert Camus, Die Pest – 13 octobre 2020. Comme c’est une bonne habitude sur notre blog de faire suivre des comptes-rendus par une interview ou un autre entretien télévisé dans notre série “Nachgefragt…”, nous avons demandé au Professeur Lahkim Azelarabe Bennani (Université de Fès), s’il était prêt à participer à la première édition de notre soirée littéraire. Nous nous réjouissons, qu’il a accepté notre invitation :

Souhaitez-vous participer à la discussion avec Professeur Lahkim Azelarabe Bennani dimanche, 24 janvier 2021, 19 h via Zoom?

> Inscription à la Soirée littéraire du 24 janvier 2021

“…die Ausübung und das Erleiden des Terrors verweigern“ (Camus)

Gerade erschienen: H. Wittmann, „…die Ausübung und das Erleiden des Terrors verweigern“ (Camus). Die Intellektuellen und der Widerstand im Algerienkrieg, in: Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Michael Walter, Claudia Wörmann-Adam (Hg.), > „Widerstand ist nichts als Hoffnung“. Widerständigkeit für Freiheit, Menschenrechte, Humanität und Frieden, talheimer sammlung kritisches wissen Band 90 herausgegeben von Welf Schröter und Irene Scherer, Mössingen-Talheim 2021, Seite 275-296.

Dank an Azelarabe Lahkim Bennani (Professor für Philosophie an der Universität Fès, Marokko) für > seinen Kommentar auf Facebook zu diesem Aufsatz.

Der Klappentext > „Widerstand ist nichts als Hoffnung“ . Widerständigkeit für Freiheit, Menschenrechte, Humanität und Frieden: “Autorinnen und Autoren aus dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) sowie Schreibende aus der Bildungs- und Gewerkschaftsarbeit in Europa haben sich in Sprache und Schrift dem Thema „Widerstand“ genähert. Wie wurde Widerstand in der Literatur dargestellt? Wann ist Widerstand notwendig und legitim? Wie zeigte sich Widerstand gegen den Nationalsozialismus? Was bedeutet Widerstand heute? Der Jurist Fritz Bauer (1903–1968) fasste Widerstand auf seine Weise:

„Widerstand ist Kritik und Opposition in Rede und Schrift, Widerstand war und ist der Streik. Die Plebejer streikten, Ghandi schuf eine Bewegung des bürgerlichen Ungehorsams, und die Schwarzen der Südstaaten der USA folgen Ghandi und seinem Nachfolger Martin Luther King. Emigration aus dem Land einer Tyrannei ist Widerstand. […] Sie war immer aufopferungsvoller Ungehorsam. Widerstand ist die Weigerung, einem ungerechten Befehl oder Gesetz zu folgen, ist die Hilfe, die den Opfern eines bösen Staats geleistet wird.“”

Un manuel de photographie: Michel Sicard & Mojgan Moslehi, Temps interférentiel dans la photographie

french german 

Charles Baudelaire (1821-1867)

Prof. Dr. Karin Westerwelle (Münster) und Priv.-Doz. Dr. Karl Philipp Ellerbrock (Jena) haben unter dem Titel > Die Verwandlung von Paris.Repräsentation, Inszenierung Ironie, Charles Baudelaire zum 200. Geburtstag eine Internationale Tagung an der Universität Münster vom 16.-19.6.2021, angekündigt: “Zum zweihundertjährigen Geburtstag Baudelaires, der am 9. April 1821 in Paris nahe dem Boulevard St. Michel geboren wurde, will das in Münster für den 16. bis 19. Juni 2021 geplante Kolloquium den großen Dichter und Kunstkritiker Charles Baudelaire würdigen. Sein Werk soll unter heutiger Perspektive der Tradition der Literatur und Künste, aber vor allem auch unter dem Blickwinkel unserer Erfahrung von Welt und Sprache neu erfasst werden.”

> Programm

Auf unserem Blog:

> Napoleon III. Macht und Kunst

> Rezension: Walburga Hülk, Der Rausch der Jahre. Als Paris die Moderne erfand

> Une introduction à l’étude des Fleurs du Mal

Bibliographie:

Karin Westerwelle, Baudelaire und Paris. Flüchtige Gegenwart und Phantasmagorie, Paderborn, Verlag Wilhelm Fink 2020.

Wird ergänzt.

Das Porträt von Niccolò Machiavelli von Oliver Jordan

Gerade ist von Oliver Jordan der Band > Portraits Band / Volume I Herausgeber: Ralf-P. Seippel, im Kehrer Verlag Heidelberg Berlin erschienen, Festeinband 24 x 28,5 cm 272 Seiten 289 Farbabbildungen Deutsch, Englisch ISBN 978-3-86828-817-9.

> Oliver Jordan – Artist – Artworks

In diesem Band zeigt er sein Porträt des Florentiners Niccolò Machiavelli: >>>>>
Oliver Jordan
Niccolò Machiavelli
Porträt 2019, Öl auf Leinwand

Zu diesem Porträt hat Eva Regtmeier für diesen Band einen Aufsatz verfasst: “Ars und Virtù”, in dem sie an > Prof. Dr. Dirk Hoeges (1943-2020) und ihre Begegnungen mit dem Maler Oliver Jordan berichtet: ”

Angeregt durch das interdisziplinäre Projekt zu Albert Camus – unser beider Favorit als Romanisten – machte mein Lebenspartner Dirk Hoeges den Vorschlag, ein Portrait von Niccolò Machiavelli zu malen, und so stellte er Oliver Jordan seine Forschungsergebnisse in seinen Büchern zu Machiavelli zur Verfügung.

Wie Dirk Hoeges nach fünfhundert Jahren die erste vollständige Übersetzung der Poesie Machiavellis vorlegte, so ist Oliver Jordans Machiavelli das erste Porträt der Neuzeit des Florentiner Poeten und Politikers. Es basiert auf dem in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts posthum von Santi di Tito in Öl auf Holz geschaffenen Porträt, das sich im Palazzo Vecchio in Florenz befindet, der einstigen Wirkungsstätte Machiavellis, in der Sala Vecchia Cancelleria.”

Eva Regtmeier erklärt stellt in ihrem Aufsatz das Porträt Machiavellis vor: “Nicht zufällig rückt Oliver Jordan die Augen Machiavellis zentral in die Mitte des Bildes. Helle pastose Linien, die in alle Richtungen weisen, im Epizentrum des Bildes positioniert, durchkreuzen Augen, Nase und Wangen. Sicher kein Zufall, eher Ausdruck des concetto, des Einfallsreichtums des Künstlers, und Metapher für die Strahlkraft der Persönlichkeit des Renaissance-Gelehrten und Staatsdenkers Machiavelli. Das Porträt ist ein Büsten-Porträt, das einen schmalen Streifen der typischen Bekleidung eines Renaissance-Gelehrten sichtbar werden lässt, ein schlichtes schwarzes hochgeschlossenes Gewand, von einer schmalen weißen Halskrause gesäumt.”

Am 15. Januar wird im Verlag > machiavelli-edition der Band von Dirk Hoeges, Der Principe Komplex. Niccolò Machiavelli. Fünfhundert Jahre Missverständnis (im Druck, Köln 2021) erscheinen, der seine Neuübersetzung von Niccolò Machiavellis  Der Fürst/Il Principe und seine beiden Übersetzungen von Castruccio Castracani und Cesare Borgia enthält. Alle drei Texte hängen unmitttelbar zusammen, wurden sie doch auch 1532 zusammen veröffentlicht. Jedem dieser Texte hat Dirk Hoeges ausführliche Analysen gewidmet, die in diesem Band ebenfalls enthalten sind.

Oliver Jordan, > Portraits Band / Volume I: [Klappentext:} “In einer Reihe von insgesamt drei Bänden soll Oliver Jordans mehr als vier Jahrzehnte währender Beschäftigung mit dem Thema Porträt nachgespürt werden: Das Frühwerk; Kunst und Kultur; Begegnungen. Der vorliegende Band widmet sich Porträts aus den Bereichen Kunst und Kultur. Bildende Künstler, Malerkollegen, Literaten, Poeten, Komponisten, Musiker, Philosophen, Kulturschaffende aus Geschichte und Gegenwart stehen im Mittelpunkt. Diese über das immer wiederkehrende Motiv des Porträts betriebene Auseinandersetzung mit der jeweiligen Person und ihrem Werk dient dabei gleichzeitig der eigenen malerischen wie persönlichen Identitätsfindung des Künstlers und ist darüber hinaus ein wichtiges künstlerisches Bekenntnis – vor allem in einer Zeit, in der es notwendig ist, philosophische und ästhetische Werte neu zu beleben. Eine weitere Besonderheit dieser Publikation liegt in der Auswahl der Autoren. Zu jedem Porträtierten gibt es individuelle Autorenbeiträge, die sowohl fachlich als auch persönlich begründet sein können. Wichtig ist die Vielschichtigkeit in Bedeutung, Wirkung und Wahrnehmung deutlich zu machen. Ausgesuchte Experten aus den unterschiedlichen Disziplinen kommen genauso zu Wort wie Sammler, Freunde und Weggefährten.”

 

RZLG 1-2/2020: Dirk Hoeges, Fünfhundert Jahre Missverständnis Niccolò Machiavelli ‚Il Principe‘

Der letzte Aufsatz von > Dirk Hoeges (1943-2020) > Fünfhundert Jahre Missverständnis. Niccolò Machiavelli ‚Il Principe‘, ist aus seinem Nachlass  in der > Romanistischen Zeitschrift für Literaturgeschichte, Universitätsverlag Winter, Jahrgang 44 (2020), Ausgabe 1-2, Seiten 181 – 191 erschienen.

Die folgenden Zusammenfassung hatte er für seinen Aufsatz verfasst:

“Die Textgeschichte liefert wichtige Hinweise für Form und Inhalt des ‚Principe‘. In Rom und Florenz erschien er 1532 nicht als Einzelpublikation, sondern in beiden Erstdrucken zusammen mit den Novellen zu ‚Castruccio Castracani‘ und ‚Cesare Borgia‘. Diese Publikationsform entsprach der Druckerlaubnis des Papstes von 1531, die sich auf den ‚Principe‘ und weitere historische Diskurse bezog. Also: Die beiden Novellen gehören formal zum ‚Principe‘ und figurieren als Beispiele aus der mittelalterlichen und zeitgenössischen Geschichte für Aufstieg und Fall eines Fürsten. Sie bilden das Material für Machiavellis fiktives Konstrukt, die Figur des Fürsten, die in der Realität nicht existiert. Die beiden Beispiele aber demonstrieren Aufstieg und Fall. Machiavellis Novellenfürsten symbolisieren das Scheitern. Das sollte alle zur Vorsicht mahnen, die naiv auf die Herrscherfigur Machiavellis setzten und von der Fiktion auf die Realität schließen – ein Missverständnis über 500 Jahre, das Historiker, Politologen, Soziologen pflegen, denen Literatur, Kunst und ihre Formen weitgehend unbekannt sind. Machiavellis Gesamtwerk ist wie der ‚Principe‘ eine Domäne für die literarische Ästhetik des Humanismus und ihre zahlreichen Formen; in Zusammenarbeit mit Nachbardisziplinen ein Sujet für die Romanische Philologie. ”

Seine Neuübersetzung des Principe wird unter dem Titel Der Principe-Komplex bald in der machiavelli-edition erscheinen.

Die vorhergehenden > Aufsätze von Dirk Hoeges in der RZLG zu Machiavelli:

– Niccolò Machiavelli ‚Decennali II‘. Die ganze Welt war in der Schwebe. Der Große Europäische Krieg II. Machiavellis Zweites Dezennal (Decennale secondo), in: > Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, Jahrgang 43 (2019), Ausgabe 3-4, Seite 389 – 405.

– Der große Europäische Krieg. Niccolò Machiavelli, Die Dezennalen in:> Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, Jahrgang 40 (2016), Ausgabe 1-4, Seite 395 – 421.

– Der Principe-Komplex, in: > Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, Jahrgang 37 (2014), Ausgabe 3-4, Seite 455 – 475 .

Papel Moneda. Revista especializada en poesía N° 3 ist in Chile erschienen

Papel MonedaIn Chile ist gerade > Papel Moneda. Revista especializada en poesía Número 3 junio 2020 erschienen.

Sie enthält Beiträge von Michel Sicard (Paris), Heiner Wittmann (Stuttgart) und Aclicio Uribe (Santiago de Chile).

> Inhaltsverzeichnis zum Herunterladen >>

Director: Jorge Muñoz Navarro

Comité editorial:
Luis Antonio de Villena
Rolf Hermann
Carmen Castro
José Kozer
María Antonieta Calvet Castañ
Kurt Rüdinger
José F.A Oliver
Enrique Mallen
José Luis Reina Palazón

Bestellung: e-mail: jorgeluismunoznavarro@gmail.com / papelmonedamag@hotmail.com
Eine Website mit einer Bestellfunktion wird vorbereitet.

Twitter: https://twitter.com/magazineppm

Blog: en la preparación

Facebook: https://www.facebook.com/revistadepoesia
> Gruppe Literatos

Web: www.magazinppm.wordpress.com

1 2 3 5